Fallbeispiele:

> Stefano D., Deutsch-Italiener, 20 Jahre alt, erfolgreicher Leiter des Kundencenters einer Telefongesellschaft, stellt sich mit folgendem Problem vor: Er möchte wissen, ob er - neben seinem jetzigen Job - doch noch die abgebrochene Fachoberschule für Wirtschaft beenden soll. Einmal sei er bislang gescheitert, und habe den Abschluss an der FOS nicht geschafft.

Stefano D. hat seit seinem 15. Lebensjahr neben der Schule immer mit kleinen Jobs Geld verdient und sich ohne große Begeisterung „durch die Realschule geschlagen“ . Während der Fachoberschule bekam er die Stelle im Kundencenter angeboten. Die Tätigkeit machte ihm viel Spaß und der steigende Umsatz ließ sich eindeutig auf sein Engagement zurückführen. So bot man ihm die Leitung des Kundencenters als „Sales Manager“ an. Er blieb mit seinen vier Mitarbeitern erfolgreich. Für das Lernen an der Fachoberschule hatte er aber nun nur noch wenig Zeit und schaffte aus seiner Sicht deshalb die Prüfungen nicht.

Wir sollen mit Hilfe der Eignungstests klären, ob ein erneuter Versuch Beruf und Ausbildung zu verbinden, erfolgreich sein kann.

Der junge Mann präsentiert sich als ein überaus sozial gewandter, anpassungsfähiger Testkandidat. Er ist wortgewandt, vielseitig informiert und verfügt über eine gereifte Persönlichkeit.

Die Testuntersuchung soll Leistungsfähigkeit unter Prüfungsbedingungen, Grundintelligenz, Begabungen und berufsrelevante Persönlichkeitseigenschaften ermitteln.

Die Ergebnisse zeigen, dass hinter der äußeren, gewandten Art eine erhebliche Prüfungsproblematik steckt, d.h., er kann unter Prüfungsbedingungen seine eigentlich überdurchschnittliche Intelligenz nicht entfalten. Dies ging auch zu Lasten der einzelnen Fähigkeitsprüfungen im Testverfahren: Sie blieben unter dem eigentlich möglichen Niveau. Trotzdem zeigten die Werte eindeutige Begabungen im Sprachbereich und im abstrakt-logischen Denken. Dagegen erwiesen sich die Fähigkeiten, die zum erfolgreichen Abschluss der Fachoberschule für Wirtschaft wesentlich sind, wie z.B. rechnerisches Denken und sprachgebundene Oberbegriffsbildung als für seine Altersklasse durchschnittlich. Dies war zu niedrig, um ihm zu empfehlen Schule und Beruf noch einmal zu verbinden.

Stattdessen konnte ihm aufgrund der guten Sprachfähigkeiten und des guten logischen Denkens aber geraten werden, die bisherige berufliche Tätigkeit als Sales Manager durch entsprechende Fortbildungen im Verkaufsbereich auszubauen.

Mit Stefano D. wurde eine Strategie zur beruflichen Weiterbildung erarbeitet, mit konkreten Vorschlägen für den Verkaufsbereich und zum Ausbau der partiell guten Fremdsprachenkenntnisse. Sein Ziel ist es, in Zukunft auch überregional und international tätig zu werden.

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